Hildisrieder SV – FC Hitzkirch 3:1 (0:0)

Abstiegskampf nach klarer Derby-Niederlage

Eine Stunde lang ging der Matchplan der Gäste auf, dann liessen erneut haarsträubende, individuelle Fehler das Konzept wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Nun braucht der FCH im letzten Heimspiel einen Sieg, um nicht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Unterschiedlicher hätten die Gemütslagen der beiden Spielergruppen auf dem Bogenhüsli nach dem Schlusspfiff nicht wahrgenommen werden können. Auf der einen Seite standen die konsternierten, ratlos wirkenden Gäste um die Spielerbank herum und haderten mit dem erneuten Spielausgang. In der Spielfeldecke vor der Steintribüne feierten die ausgelassenen Einheimischen mit ihren Fans den verdienten Sieg und den Klassenerhalt mit einem Zirkeltanz, obwohl die Ligasicherung rein rechnerisch ja noch nicht ganz unter Dach und Fach ist.

Hitzkirchs Trainer Kusi Winiger wartete vor Spielbeginn mit einer kleinen Überraschung auf, indem er nur eine Dreierabwehr mit Yannick Escher im Zentrum, dafür aber ein 5-Mann-Mittelfeld aufstellte. Diese Marschroute schien lange Zeit aufzugehen. Die beiden Teams neutralisierten sich eine Stunde lang gegenseitig und liessen praktisch keine Abschlüsse zu. Einzig Livio Lombardo nach einem tollen Durchspiel über Samuel Nurmi und Marc Syfrig (25.) sowie Fabian Amhof nach einer Kopfballverlängerung von Sandro Frischkopf (27.) brachten echte Torgefahr vor das Gehäuse der Gäste. Die gar einzige Chance der Einheimischen im ersten Umgang hatte Alves, der mit einem Diagonalschuss das Tor von Badic knapp verfehlte.

Nach dem Seitenwechsel ging es vor der stattlichen Zuschauerkulisse erstmal im gleichen Stile weiter. Viel Kampf und Engagement, aber kaum Tor- oder Strafraumszenen. Bis ein fataler Aussetzer in der inzwischen umgestellten Hitzkircher Hintermannschaft dem HSV das einfache Führungstor ermöglichte. Adrian Ineichen legte für Emmenegger mustergültig auf, der Badic im Tor keine Chance liess (60.). Emmenegger wurde erst eine Minute zuvor für Strazzella eingewechselt und musste nur eine Minute nach seinem Treffer wieder durch denselben Spieler ersetzt werden. Ein Kurzeinsatz, der es allerdings in sich hatte. Und nur wenige Minuten später konnte der bedauernswerte Michael Winiger nach einem üblen Stellungsfehler den eben ein- und ausgewechselten Strazzella im Strafraum nur regelwidrig vom Ball trennen. Dieser nahm das Geschenk dankend an und verwertete den Elfmeter sicher zur 2:0 Führung (68.). Zwar keimte bei den Gästefans nochmals etwas Hoffnung auf, als Simon Trottmann kurze Zeit später verkürzen konnte (72.), aber ein Aufbäumen der Gäste fand nicht wirklich statt. Im Gegenteil, wiederum nur wenige Minuten später besiegelte Krieger mit einer gekonnten Direktabnahme nach einem Eckball (78.) das Schicksal der Gäste.

Kusi Winiger war nach dem Spiel enttäuscht ob der Leistung seines Teams. „Wir haben das im Training unter der Woche noch thematisiert, dass wir in Hildisrieden nur über den Kampf bestehen können.“ Die beiden, die sich das in der Schlussphase, als das Spiel aus den Händen glitt, noch am meisten beherzten, zahlten ihr Engagement mit einer gelben (Frischkopf) und gar einer gelb/roten (Dos Santos) Karte.

Am Samstag (Hegler, 18:00) geht’s gegen Hergiswil II ums nackte Überleben. Mindestens ein Punkt muss her, um zumindest den wiederauferstandenen SC Eich auf Distanz zu halten. Denn bei Punktgleichheit (Eich hat drei Punkte weniger) würden die Strafpunkte im Moment gegen Hitzkirch sprechen. Mit einem Sieg ist der Klassenerhalt selbst bei 8 Absteigern aus der 3. Liga gesichert. Grund genug, ob dieser Ausgangslage am Samstag nochmals auf den Hegler zu pilgern und das Team zu unterstützen.

Thomas Bucher

 

Hildisrieder SV – Hitzkirch 3:1 (0:0)

Bogenhüsli. – 200 Zuschauer. – SR Joel Bortolas. – Tore: 60. Emmenegger 1:0. 68. Strazzella 2:0. 73. Trottmann 2:1. 80. Krieger 3:1. – Hildisrieder SV: Raymond Wicky; Bucher, James Ineichen, Vrhovac, Schmid; Alves, Burri, Roth, Marcell Wicki; Strazzella, Adrian Ineichen. (Emmenegger, Krieger, Thaqi). – FCH: Badic; Thomas Meier, Escher, Syfrig (55. Trottmann); Winiger (72. Bieri), Frischkopf, Dos Santos, Nurmi (72. Rosenberg), Moos; Amhof, Lombardo.

Bemerkungen: 82. Lattenschuss Moos. 86. Gelb/Rot gegen Dos Santos.